Die Eritreisch-Orthodoxe Gemeinde in Frankfurt a. M.

Foto vom Gottesdienst der Eritreischen Gemeinde in St. Josef- Höchst.


Jeden Sonntag findet in der Kirche St. Josef in Frankfurt-Höchst der Eritreisch-Orthodoxe Gottesdienst statt. Mehrere Hunderte Eritreer strömen noch vor der Morgendämmerung von überall in diese Kirche zusammen und singen, beten, folgen einer uralten Liturgie und feiern mit Trommeln und Trillern Hochzeiten und Taufen. Bis alles vorbei ist, vergehen ungefähr fünf Stunden.

Gegen 5:00 Uhr morgens beginnen Priester und Diakone mit den Lesungen aus der Bibel. Währenddessen füllen sich die Reihen der Kirchenbänke. Die Gläubigen lehnen beim Betreten der Kirche ihre Stirn an die Wand. Hier, in der St. Josefs Kirche wird das Allerheiligste der eritreischen Gemeinde und des orthodoxen Glaubens aufbewahrt: der TABOT, eine Art Arche des Bundes, welche in Eritrea geweiht wurde. Nur einmal im Jahr wird diese herausgeholt und in einer Prozession dreimal um die Kirche getragen.

Nach dem kurzen Bittgesuch in Richtung Tabot verteilt sich die Gemeinde im Kirchenschiff: Rechts die Frauen, verhüllt in leichten weißen Baumwolltüchern und mit Kopftüchern, um ihre Reize zu verbergen. Man trägt Weiß als Zeichen seiner Reinheit. Links die Männer, alle haben die Schuhe ausgezogen. Die Schuhe lässt man im Eingangsbereich. Man betritt Gottes Haus nicht mit Schuhen. Man steht während des Gottesdienstes. Man sitzt nicht.

Ungefähr um 7:00 Uhr befinden sich ca. 600 Menschen in der Kirche. Fast alle sind in prachtvolle Gewänder gekleidet, auch die Priester. Rund 10.000 eritreisch-orthodoxe Gläubige umfasst Frankfurt und Umgebung.

Die Eritreischen Brautpaare nehmen ganz vorne, vor dem Altar Platz. Sie sind gekleidet als König und Königin mit meist goldenen Umhängen. Meist finden mehrere Hochzeiten gleichzeitig statt, jedoch wird nur an Sonntagen geheiratet.

 

Bei der Taufe werden die Babys nackt in eine kleine Badewanne getaucht. Die Jungen werden 40 Tage nach der Geburt und die Mädchen nach 80 Tagen getauft. Es wird applaudiert, getrillert und getrommelt. Die jeweiligen Paten sind ebenso da.

Zum Ende hin gegen 8:15 Uhr singen noch die jüngeren Kinder und die älteren jugendlichen Mitglieder der Kirche, wie auch Diakone und Priester verschiedene Gesänge, auch zu Ehren der Brautpaare. Somit endet der wöchentliche Gottesdienst der Eritreisch-Orthodoxen Thewado Kirche um genau 08:30 Uhr.

Danach gehen Erwach­sene, Jugendliche und Kinder zur Sonntagsschule, in der auch gesungen, gebetet und aus der Bibel vorgelesen und gelehrt wird, in das Gemeindehaus. Diese dauert dann bis ca. 11:30 Uhr.

Zum Schluss möchten wir uns im Namen der Eritreisch-Orthodoxen Tewahdo Medhanie Alem Kirche bei Ihnen bedanken, dass wir Ihre Kirche nutzen können und Sie uns diese Möglichkeit eröffnet haben, so vielen gläubigen Menschen einen Ort zu geben, in dem sie sich Gott näher fühlen und beten können. Vielen herzlichen Dank und Gottes Segen.

Tewolde Tesfai, Habteab Tewolde, Sara Berhane und Petros Andebrhan (Diakon)

Sonntagsgottesdienste:

In der Kath. Kirche St. Josef, Hostatostr. 12, 65929 Frankfurt:
Vom 30. September bis Christi Himmelfahrt 6.00 - 9.30 Uhr; Vom 1. Oktober bis Sonntag nach Christi Himmelfahrt 5.00 - 8.30 Uhr.

Kontakt:

Eritreisch-Orthodoxe Tewahdo Medhanie Alem Kirche e.V.
Eschersheimer Anlage 21
60318 Frankfurt

Ansprechpartner: Yohannes Gebremedhin, gebre1(at)hotmail(dot)de

Links:

www.lisantewahdo.org (Homepage der Eritreisch-Orthodoxen Kirche; nur in tigrinischer Sprache)