Kommunion

Wie geschieht die Vorbereitung der Kinder auf die Kommunion in unserer Gemeinde?

Für uns Glaubende ist Gott das Ziel unseres Lebens. So sind wir alle auf einem Weg zu ihm, unserem Vater. Dieser Weg des Glaubens geht nicht immer geradeaus. Glauben haben wir nicht zu aller Zeit gleich sicher. Einer geht jedoch mit uns: Jesus Christus. Er ist der, der uns den Weg zum Vater zeigt.

Das 2. Vatikanische Konzil sagt: Die Kirche als Ganze ist das pilgernde Gottesvolk.

Und mögen unsere Wege, die wir als Glaubende gehen auch sehr unterschiedlich sein: gemeinsam sind wir auf dem Weg zu demselben Gott.

Die jährliche Kommunionvorbereitung ist für die Kinder und deren Familien eine Teilstrecke auf dem Weg des Lebens und des Glaubens. Leben und Glauben wollen in dieser Zeit zur Sprache kommen.

Viele Familien haben heute eher den Weißen Sonntag mit dem Fest der Kommunion als Ziel der Vorbereitung im Blick. Wir richten unser Augenmerk jedoch erst einmal stärker auf den Weg, der zur Kommunion führt. So erleben wir auch immer mal, dass Eltern mit Unverständnis und Stöhnen reagieren, wenn ihnen von der Gemeinde das „Programm" bis zum Weißen Sonntag vorgelegt wird. Zu unterschiedlich sind zunächst die Erwartungen und Motive.

Wir verstehen die Kommunionvorbereitung als gemeinsame Etappe auf dem Weg des Glaubens. Dabei hat sie für viele Beteiligte sicher eher den Charakter einer Entdeckungsreise in die Welt des Glaubens. Wichtig ist uns dabei, dass dieser Weg nicht mit dem Weißen Sonntag endet: wir wollen weniger eine Vorbereitung auf ein punktuelles Ereignis (Feier der Kommunion) leisten als vielmehr eine Hinführung zu einer dauerhaften Kommunion (Gemeinschaft) mit Gott und untereinander.

So kann die Zeit von der Anmeldung zur Vorbereitung bis zum Fest der Kommunion zu einem gemeinsamen Weg werden, zu einer Entdeckungsreise, zu der auch Überraschungen, Spannung und Spannungen, Veränderungen, Entwicklungen und Aufbrüche gehören.

Kommunionvorbereitung will hinführen vor allem auch zur bewussten Mitfeier der heiligen Messe. Den meisten Kindern fehlen jedoch eigene Erfahrungen, sie sind weitgehend ungeübt, so möchte man sagen. Wie also kann eine Einübung aussehen, die tiefer geht als eine äußerliche Aneignung von Texten und Gesten? Die Einsicht „Beten lernst du durch Beten" lässt sich übertragen: „Gottesdienst feiern lernst du, in dem du regelmäßig Gottesdienst feierst".

Kommunionvorbereitung ist für uns Eucharistiekatechese, in der die Familien (Kinder und Eltern gemeinsam) etwas über die Feier der Eucharistie erfahren sollen.

Darum haben zwei der monatlichen Treffen gottesdienstlichen Charakter. Einmal treffen sich alle Kinder und ein anderes Mal die gesamten Familien mit mir, dem Pfarrer, in der Kirche. So sind verschiedene liturgische Gesten und Elemente, Handlungen und Riten der Eucharistie Erfahrungsinhalt dieser Gottesdienste: Kreuzzeichen, Stille, Kyrie, Evangelienzug, Gabenbereitung, Friedensgruß, Kommunion, Segen ... Vor allem aber geht es hier um die Gleichzeitigkeit von Lernen und Vollziehen: Liturgische Vollzüge werden im Gottesdienst gelernt, geübt und vor allem gefeiert und damit dem Glaubenden aufgeschlossen. Im Gesamt der Gottesdienste ergibt sich so in den aufeinander aufbauenden Katechesen ein Weg durch und in die heilige Messe. 

Bei den Gottesdiensten in überschaubaren Gruppen kann es gelingen, dass sich Familien, Eltern wie Kinder als Teil einer Weggemeinschaft erfahren. In einer Gruppe von vielleicht 17 Kindern und ihren Eltern gelingt es leichter, die Menschen zusammenzuführen. Zudem können sie gemeinsame Gottesdiensterfahrungen machen, die sie miteinander verbinden.

In diesen Gottesdiensten soll es gelingen, die Kinder und ihre Eltern gemeinsam zur Kommunion des Kindes zu führen. Wir feiern die Gottesdienste in erster Linie mit den Kindern. Auf sie hin ist die Sprache der Liturgie und der Katechese ausgerichtet. Die Eltern sollen jedoch die Kinder begleiten und werden somit zu Zuschauern an der Liturgie der Kinder. Der inneren Dynamik der Liturgie können sich die Eltern aber nur selten entziehen, so dass aus Zuschauern bald schon Beteiligte und Mitfeiernde werden. Somit erleben und entdecken sie gleichzeitig mit den Kindern Neues oder auch Altes wieder. Kinder und Eltern werden so zu Weggefährten auf dem Weg zur Kommunion.

Neben diesen beiden Elementen der Kommunionvorbereitung treffen sich monatlich einmal die Kinder in Gruppen, die von Katecheten und Katechetinnen geleitet werden.

Ebenso treffen sich die Familien der Kommunionkinder einmal im Monat zum Familientreffen mit Brunch im Pfarrheim. Diesem Zusammenkommen geht ein Familiengottesdienst in der Kirche voraus.

 

Verantwortlich für den Erstkommunionkurs 2010/2011 ist Pastoralreferentin Dorothee Bausch.