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29.04.2017
Pastoraler Raum, St. Josef

Trauer um Rolf Henry Kunz

Am Ostermontag 2017 ist Rolf Henry Kunz im Alter von 77 Jahren gestorben. Eine schwere, schnell fortschreitende Krankheit ließ ihm nur vier Monate Zeit, bevor ihn die Kraft zum Leben verließ. Rolf Henry Kunz gehörte zur Pfarrei St. Josef, zur Stiftergemeinschaft, zum „Höchster Orgel­sommer“, zu Höchst. Er war einer von uns.


Im Februar 1992 wurde er Organist in St. Josef und in der Justinuskirche, die Stelle wurde eigens für ihn eingerichtet. Die herausragende neue Orgel der Justinuskirche sollte einen herausragenden Organisten erhalten. Vorher war Kunz in der Maria-Hilf-Kirche in Frankfurt, wo er auch das weithin bekannte Kammerorchester „Florilegium Musicum“ gründete und leitete. 1975 war er aus der DDR in die Bundesrepublik gekommen. Davor lagen sein Studium der Kirchenmusik (A-Examen) in Halle an der Saale, Zeiten als Konzertorganist und Chorleiter in Delitzsch (Bezirk Leipzig), sein Musikstudium an der Musikschule, eine Zeit als Solo-Cembalist im Händel-Festspiel-Orchester am Landestheater in Halle und das Staatsexamen als Kapellmeister.

In Höchst warteten umfangreiche Aufgaben auf ihn: Die Leitung des Kirchenchores der Gemeinde, der Höchster Kantorei, Orgelunterricht, Konzerte. 1995 gründete er den „Orgelsommer“ und die „Höchster Orgelszene“. 2001 wählte er bei der Digitalisierung der Orgel in St. Josef die Klangfarben der 70 Register aus, so dass hier eine hervorragende Konzertorgel entstand und der Unterschied zur Pfeifenorgel nicht mehr zu hören ist. Den „Höchster Orgelsommer“, den er als eine hochrangige Konzertreihe mit internationalen Künstlern etablierte, veranstaltete er im Auftrag der Stiftergemeinschaft auch nach seiner Pensionierung. Todkrank sorgte er noch mit Unterstützung aus seinem Umkreis dafür, dass auch dieser 23. Orgelsommer, den er nicht mehr erleben kann, zustande kam.

Rolf Henry Kunz wird jedem von uns anders in Erinnerung bleiben: Als außergewöhnlicher Musiker an der Orgel oder am Cembalo, als musikalischer Gestalter und Begleiter der Gottesdienste, als Chorleiter mit seinen Chören, als unermüdlicher Organisator von über 200 Konzerten in der Justinuskirche und in der Josefskirche, als „Netzwerker“ im Kreis seiner Musiker-Kollegen und Konzerten in der halben Welt, durch seine CDs, als Lehrer seiner Schüler, als Vorstandsmitglied der Stiftergemeinschaft, als streitbarer Verteidiger „seiner“ Orgel und „seines“ Orgelsommers – als liebevoller Ehemann, Vater und Opa, als Mensch und als Freund.

Rolf Henry Kunz hat Maßstäbe gesetzt und große Fußstapfen hinterlassen. Wir werden uns gerne an ihn erinnern, er wird uns fehlen. Rolf Henry Kunz möge ruhen in Gottes Frieden.                                                                

Ernst-Josef Robiné